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02
September
2018
18:30
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02.09.
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Musik Express Klubtour

Line Up: Isolation Berlin, Der Ringer, Yukno, Kann Karate
Konzert
20,00 €
Abendkasse
17,00 €
Vorverkauf
+ Geb
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ACHTUNG, DIE VERANSTALTUNG IST ERST AB 18!

ISOLATION BERLIN

Frage: Wie umschifft man als Band die Klippe des schwierigen zweiten Albums? Ganz einfach: Man schreibt die Songs für das zweite Album schon bevor das erste erscheint.

Im Falle von Isolation Berlin war ja das erste Album Und aus den Wolken tropft die Zeit gewissermaßen schon ihr zweites, denn die EP-Kollektion Berliner Schule/Protopop darf durchaus als ihr erstes Album bewertet werden. Schließlich heißt Album auch nur Sammlung – nicht mehr und nicht weniger.

Nun also erscheint strenggenommen bereits das dritte Album der Gruppe Isolation Berlin, die sich mit ihrer Mixtur aus Spelunkenlied und Indierock in den letzten zwei Jahren mit Gassenhauern wie „Alles Grau“, „Fahr Weg“ oder „Schlachtensee“ ein treues Publikum erspielt hat. Großstadtmelancholie für alle! Ein funkelndes Kerzenlicht im digitalen Zeitalter...

Vergifte dich heißt die neue Platte, und sie knüpft nahtlos an ihr bisheriges Repertoire an. Es wird geliebt und es wird verlassen, es wird gelebt und gehasst, es wird gedacht und verzweifelt, es wird getrunken und es wird wieder vergessen. Doch verfeinert Tobias Bamborschke seine Lyrik, in dem er sich – wie es bei guter Poesie so geht – in seinen Versen gleichsam nach Innen und Außen richtet:

Was, wenn es tatsächlich kein richtiges Leben im Falschen gibt; kann es dann überhaupt so etwas wie wahre Liebe in diesem Leben geben? Wie soll man sich in der Welt Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit bewahren, wenn einem „Die Leute“ da draußen nur Lügen erzählen und noch viel schlimmer: diese Lügen leben? Ja, da platzt einem schon mal der Kotzkragen. Bamborschke sucht und entlehnt Metaphern für all dies bei der Biochemie („Serotonin“), aus dem klassischen Drama („Melchiors Traum“) bis in die Astrophysik hinein („Antimaterie“). Er steht mit seinem Notizbuch an der Tramhaltestelle des Lebens und wird zum Romantiker. Doch dort, wo zu Zeiten der Romantik vielleicht noch eine Eiche stand, oder eine Mühle am Bach klapperte, steht heute nur noch ein Pfandflaschenautomat.
Schon Heinrich Heine wusste, dass der absolute Zustand, ein Zustand aufgehobener Entfremdung dem Menschen längst unerreichbar geworden war. Es ist das gleiche Unbehagen, das Bamborschke besingt und das die Band in ihrem lärmenden, manchmal ins aggressive kippenden Sound verdichtet, das sie in Momenten wie eine moderne Berliner Ausgabe von Primal Scream klingen lässt: Das liegt nicht zuletzt an der ausgezeichneten Produktion, für die auch diesmal wieder Isolation Berlin-Bassist David Specht verantwortlich zeichnet. Welche Band kann das schon? Sich auf so einem Level selbst zu produzieren? Eben. Und mit Psychedeliker Max Bauer an Gitarren und Tasten und Metronom Simeon Cöster am Schlagzeug hat sich diese Band in den letzten zwei Jahren mehr und mehr zu einem perfekten Quartett zusammengeschweißt.
Darüber haben sie einen komplett unverkennbaren Sound entwickelt. Das liegt nicht nur an Bamborschkes Gesang. Isolation Berlin bewegen sich mittlerweile ganz selbstverständlich zwischen Indierock, Post-Punk und Chanson. Dabei ist Vergifte dich - wen wundert‘s - um einiges psychedelischer geworden als seine Vorgänger. Nie waren sie besser als heute.

Sowieso sind sie eine Band im allerbesten Sinne. Eine Gang, eine Ersatzfamilie, eine Firma, nihilistische Glaubensgemeinschaft und Saufgelage, vereint in nur zwei Worten: Isolation Berlin.

Es kling vielleicht verrückt, doch wenn man die neuen, ausgezeichneten Lieder auf Vergifte dich hört, dann möchte man dieser absurden Welt fast dafür danken, dass sie sich in so einem Zustand befindet. Wie schon Albert Camus in der „Mythos von Sisyphos“ schrieb: „Das Absurde hat nur insofern einen Sinn, als man sich nicht mit ihm abfindet“. So müssen wir uns Isolation Berlin als glückliche Menschen vorstellen.


DER RINGER

Willkommen im Orbit. Willkommen auf der MS Ringer. Willkommen an der Schnittstelle zwischen analog und digital. Der Ringer aus Hamburg ist die Band, die sie auf keinen Fall verpassen sollten, wenn Ihnen Joy Division genauso am Herzen liegt wie, sagen wir, Frank Ocean.

Wenn sie durchaus bereit dazu sind, sich künftig Google-Glasses aufzusetzen, aber dabei auf keinen Fall auf Bier verzichten wollen. Wenn Ihrer Meinung nach die Authentizität im Pop eh nur mit der Kraft der kollektiven Wunschmaschinen möglich ist. Eine sich immer steigernde, nie enden wollende große Projektion. Nur um gemeinsam die verführerische Lüge vom Traum der ewigen Jugend weiter zu leben.


Der Ringer sind melancholische Cyber-Postpunks und spielen auf ihrem Debütalbum „Soft Kill“ als Kinder der Kybernetik in ihrer Cloud und legen mit Vergnügen noch einen weiteren Filter über ihr bereits mit unzähligen Effekten bearbeitetes Selbstportrait. Die fünf Hamburger bieten uns eine zukunftsträchtige, hardcore-digitalisierte, entwaffnende wie entstaubte Rockmusik, die sich vor allem weigert, Rock zu sein. Eher Luft sein möchte. Mit Der Ringer haben wir alle Zeit der Welt. Und trotzdem fühlt sich Ihre Musik in unseren Körpern so dringlich an, wie es nur der Sound einer Band in derBlüte ihres Lebens tut: Hier und jetzt. Wo und wann immer das auch sein mag.


YUKNO

Yukno machen Pop mit deutschen Texten – und sind doch die Antithese zu Deutschpop. Oder anders: Wer den Menschen-Leben-Tanzen-Welt-Brei satt hat, wird Yukno lieben. Jetzt bringen Sie den ungewöhnlichen und äußerst tanzbaren Sound Ihres Debütalbums „Ich kenne kein Weekend“ live auf die Bühne.



KANN KARATE

Kann Karate,irgendwas zwischen Postpunk und Indierock. Zwischen Turbostaat und Vierkanttretlager.

Berlin.
Daniel. Christopher. Eric.
Im Proberaum riecht es nach kaltem Rauch, trotz Rauchverbot.
Der Pfand der letzten Wochen stapelt sich, mehr Wasser als früher, weniger Bier als damals. Die Kreativität liegt zwischen Alltag und Schienenersatzverkehr. Nichts passiert. Verkopft. „Es reicht!“ schallt es aus einer Ecke.


Sie spielen sich den Kopf frei, egal was, hauptsache etwas.
„Ich hab Bock zu singen. Ich sing Deutsch. Lass Basti anrufen, der kann Schlagzeug spielen.“
Zuwachs. Zeit vergeht. Wie früher. Es macht Spaß.


Der Name, einer von vielen „Arbeitstiteln“.
Doch dabei bleibt es. Passt doch.


Kann Karate.


Ein Jahr vergangen. Genug Songs, um entscheiden zu müssen welche fünf man aufnimmt. Im Proberaum. Einfach und dreckig und Henri weiß schon was er da tut. Soll doch nur ’ne Demo sein.
Wird Zeit dass man sich zeigt.
Und wie es sein soll. Gesagt. Getan. Einfach machen.
Inoffiziell wird schon live gespielt. Die Musik gelebt.
Draußen macht es noch mehr Spaß. Die Leute haben Spaß. Singen. Tanzen.


Wird Zeit dass man sich wirklich zeigt.
Alles. Hin & Zurück. Herz. U5. Licht.


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