We
08
December
2021
19:00
Doors
20:00
Start
LIDO Berlin
präsentiert
Wed
08.12.
19:00
Doors
20:00
Start

GIANNI MAE + LEEPA + EMMA ELISABETH

Moderatorin: JADE PEARL BAKER
Concert
15.00 €
Vorverkauf
+ Geb
Medium lido poster gianni mae leepa emma elisabeth a1 web

2G PLUS Regelung:
Zutritt nur für genesene oder vollständig geimpfte Personen mit tagesaktuellem negativen Test. Unter www.direkttesten.berlin findet ihr offizielle Teststellen in eurer Nähe.
Impf- oder Genesenennachweise digital verifizierbar als QR-Code (digital oder in Papierform) in Kombination mit Personalausweis mitbringen!
Die Kontaktnachverfolgung läuft über die Luca App.

Gefördert von Neustart Kultur, der Initiative Musik und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.


GIANNI MAE + LEEPA + EMMA ELISABETH

Mit Gianni Mae, Leepa und Emma Elisabeth präsentieren wir euch am 08.12.2021 drei talentierte Musikerinnen, die mit ihrer Musik und ihren Persönlichkeiten sowohl dynamisch als auch melancholisch anmutend für Empowerment und Selbstachtung stehen. Mit dem Glauben an sich selbst und bessere Zeiten machen sie auch auf gesellschaftlich relevante Themen wie Sexismus und Umweltbewusstsein aufmerksam. Die Konzerte werden von der bezaubernden Jade Pearl Baker moderiert, die euch mit ihrer eleganten und authentisch-berlinerischen Art durch den Abend führen und dabei sicher die/den ein oder andere/n um den Finger wickeln wird.

Wir freuen uns auf einen abwechslungsreichen Abend mit vier herausragenden Künstlerinnen!

GIANNI MAE

Curacao born and raised artist Gianni Mae translates her magic into music that’s as diverse as her spirit. Her proud and self-conscious side turns into rousing bangers, her sensitive and profound side is reflected in mesmerizing melodies - all encapsulated by an incredibly unique sound. Inspired by fellow Caribbean artists like Rihanna, Sean Paul and Alison Hinds to hiphop stars such as OutKast, Pharrell Williams, Missy Elliot and Nicki Minaj, Gianni is shaping a musical path of her own. Rooted in the Caribbean yet at home all over the world, she embodies the myth of her birthplace as well as the internationality of numerous places that have shaped her to this day. You know a true artist when you see one: the depth and intensity of the aura, the captivating presence, the inspiration. Everything that Gianni Mae does is unapologetic. Her music first of all.


LEEPA

Wenn wir mal ehrlich sind, befinden wir uns im Moment in einer nie zuvor durchlebten Coming of Age Phase unseres Lebens: Nach Monaten in den eigenen vier Wänden treffen wir nach und nach wieder unsere Freunde, erleben Live Musik und lernen auf’s Neue, wie das eigentlich alles nochmal funktioniert, was wir noch vor etwas über einem Jahr „Normalität“ genannt haben.

Die Berliner Musikerin LEEPA durchlebt dieses Lebensgefühl besonders intensiv: Sie hatte mit „Switch Places“ ihren ersten kleinen Durchbruch mitten in der Pandemie und konnte zusehen, wie tausende Fans ihren Song zum Soundtrack ihrer TikToks machten und sich gemeinsam mit ihr gegen Sexismus aussprachen. Mit einem ersten TikTok Viral Hit in der Tasche ging es direkt weiter zu Climate Live und Fridays for Future. Plötzlich stand sie mit Musikgrößen wie Milky Chance auf der Bühne! What a feeling!

In ihrer letzten Single „i’m sorry, are you“ eroberte sie dann im Anschluss nicht nur die Herzen internationaler Blogs wie Earmilk,VICE oder Wonderland, sondern auch die der deutschen Radiolandschaft: Vom Berliner Radiosender Fritz als hoffnungsvollster Newcomer für den „New Music Award“ ins Rennen geschickt, erklomm LEEPA in diesem Jahr den stolzen Platz 2 auf dem Siegertreppchen.

Radioshows, Live Konzerte, Awards und internationale Presse, über 3 Milionen Streams und fast 10 Milionen Views auf ihren Videos – all das nach einem turbulenten Jahr ohne physischen Kontakt zu ihren Fans und ihrer Band zu erleben, fühlt sich für LEEPA an wie ein verrückter Roadtrip in einem abgedrehten Coming of Age Movie, in dem sie selbst die Hauptrolle spielt. Für genau diesen Film hat LEEPA einen Song geschrieben, der nur darauf wartet, zum Soundtrack unserer aller ganz persönlichen „New Normal/Coming back to life Journeys“ zu werden. Verdeck runter, Haare in den Wind und ab Richtung Horizont, der so freiheitsverheißend wie ungewiss am Ende der Streaße orangenrot in unsere Gesichter leuchtet.

„how to live“ catcht den Sturm und Drang, die Aufbruchsstimmung, die Zweifel, die große Überforderung mit der Welt und den unbedingten Willen, seinen Platz darin finden zu wollen – zu müssen – so perfekt ein, wie es eben nur Musik kann. Denn wo Worte an ihre Grenzen stoßen, schafft es Musik, die Barrieren zu durchbrechen und direkt im Herz und der Magengrube zu landen. „how to live“ ist das perfekte Beispiel dafür. Das beginnt beim ersten Schlag der Bassdrum und dem kratzenden Gitarenriff, die den Pop-Punk Song einleiten, spinnt sich weiter und baut sich mit jedem Instrument, das Stück für Stück in den Song hineinkommt weiter auf und entlädt sich schließlich im Refrain, in dem LEEPA die Selbsterkenntnis trifft: „I’ve been holding myself back, damn I forgot how to live!"

„how to live“ ist der perfekte Soundtrack für ein unperfektes Leben. Denn Perfektion ist Ilusion. Es passt also nur zu gut, dass „how to live" auch in einer spontanen Studiosession entstand, zu der LEEPA müde und ohne klaren Gedanken auftauchte und plötzlich die Lyrics aus ihr rauflossen, sobald sie mit Johannes Römer und Nikolai Pothoff zur Gitare griff. Wie sollten wir diesen ganzen komplizierten Haufen namens Leben am besten managen? Wenn man LEEPA fragt: Gar nicht. Einfach leben. Der Rest findet sich bestimmt am Ende des Horizonts. Hauptsache, wir brechen dahin auf.


EMMA ELISABETH

Man kann eine Künstlerin aus Schweden holen. Aber man kann Schweden nicht aus einer Künstlerin holen. Der lebende, atmende, singende Beweis dieser These ist Emma Elisabeth Dittrich, eine in Berlin sesshaft gewordene Exilantin, die in ihren berauschenden Indie-Songs den Freigeist der Siebziger mit jenem typisch nordischen Sinn für ahnungsvolle
Melancholie verbindet.

Sie verbringt ihre Kindheit umgeben von einem Meer aus Instrumenten, sie spielt in zahlreichen Bands, sie studiert Gesagt am angesehenen Kulturama in Stockholm. Dann vertraut sie sich der Welt an und wird zur reisenden Nomadin. Sie lebt und musiziert in London, Paris oder den USA, wo sie eingeladen wird, um auf dem prestigeträchtigen SXSW Festival zu spielen. Sie tourt mit einer ihrer Bands sogar durch Japan, ehe sie sich dazu entschließt, mal eine Weile in Berlin zu bleiben. Einfach mal so. „Als wandernde Musikerin musst du nur deine Instrumente in eine Tasche packen und kannst im Grunde von überall arbeiten“, sagt sie. Dass es dann letztlich Berlin wird, ist nur ein weiterer in einer lange Kette von Zufällen, die sich am Ende irgendwie als weise Schachzüge erwiesen haben. „Eines Tages machte man mich mit einem Verleger bekannt. Und der saß nun mal in Berlin.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Und was soll ich sagen, ich bin geblieben.“ Wie sagten Queen doch so schon: Anywhere the wind blows.

Inmitten der siedenden Hauptstadt hat sich die Solitärin häuslich eingerichtet, hat sich mit genau den Menschen umgeben, mit denen sie am liebsten arbeitet. „Berlin ist so unsagbar kreativ, international, entspannt und außerdem ziemlich grün. Zudem“, grinst sie, „ist die Stadt im Vergleich zu London immer noch bezahlbar.“ Ob Berlin oder sonstwo: Emma Elisabeth findet überall Inspiration. Ihr eigenes Leben, die Menschen, die sie umkreisen, das Profane und das Magische. Ohne Unterlass schreibt sie Musik, schreibt und schreibt, entwickelt sich weiter, reflektiert, verarbeitet. Sie schreibt ihre eigenen Songs, schreibt für andere, namhafte Künstler*innen, schreibt für Filme. 2016 gab sie mit den wundervollen, bittersüßen Fremdinterpretationen auf „Cover Stories“ einen sehr persönlichen Einblick in ihre musikalische Sozialisation, 2019 zeigte sie mit „Melancholic Milkshake“ ihre Leidenschaft für den gitarrengetriebenen Jangle Pop der Sechziger und Siebziger. Am Ende ist es aber fast egal, was sie macht: Immer ist es gezeichnet von jener brütenden Melancholie der nördlichen Hemisphäre. „Das ist wohl einfach meine schwedische Art“, sagt sie mit einem stillen Lächeln. „Die steckt tief in meinen Knochen. Ich habe mal eine Ausstellung in Schweden besucht, die ‚Scandinavian Pain‘ hieß. Das trifft es, denke ich. Wir sind alle recht anfällig für diese Art von Gefühl.“

Ihr neues Album „Some Kind Of Paradise“ macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil: Obschon es alle Insignien eines zeitlosen Pop-Albums aus der goldenen Ära der Songwriter in sich trägt, strahlt es eine gedankenverlorene, bittersüße, dramatische Grundstimmung ab. „Wir Schweden werden das wohl nie los“, lacht sie. „Ich meine, selbst die meisten ABBA-Songs sind ziemlich melancholisch. Und was soll ich sagen, ich liebe diese Art von Musik einfach. Mir geht es nur darum, meine eigene Farbe zu erkennen und sie von allen möglichen Umgebungen verändern, mischen und prägen zu lassen – schwedische Traurigkeit, gekreuzt mit mallorquinischer Sonne, zum Beispiel.“ Stimmt schon: Die Melancholie verflog selbst nicht, als sie Anfang des Jahres auf einer Farm auf der spanischen Insel an ihren neuen Songs arbeitete. „Deine Musik wird aufgesogen und erstrahlt in völlig anderen Grundierungen“, schwärmt sie.

„Some Kind Of Paradise“ ist ein durch und durch organisches Album, ein wahrhaftiges Stück Musik mit einem Herzschlag, geschrieben, aufgenommen und produziert von Emma Elisabeth mit einigen ihrer engsten Mitstreiter. „Wenn ich Musik mache, möchte ich meinen Kopf möglichst wenig benutzen“, erklärt sie. „Ich will so aufrichtig sein wie möglich.“ Beeinflusst vom Pantheon klassischer Künstler und Künstlerinnen wie Fleetwood Mac oder Patti Smith, würzt Emma Elisabeth ihrer ureigenen Ansatz archetypischer Songwriting-Kunst mit ihrer Liebe zu Gesangsmelodien, wie sie auch The Mamas And The
Papas oder ABBA verwenden. Oder, in ihren Worten: „Ich versuche, die poppigen Melodien ein wenig gegen die düsteren Sounds und verspielten Gitarren auszuspielen.“ Gelingt ihr sehr gut.

„Lovers“ ist ein Song, dem das Melodrama und die Lässigkeit einer heißen Affäre an der Westküste entströmt. Mit prägnanten Gitarren, sinnlichen Harmonien und einen schwermütigen Lykke-Li-Vibe erforscht Emma Elisabeth, wie stark und zerbrechlich zugleich eine Beziehung sein kann. „Wenn sich etwas gut und sorgenfrei anfühlt, dann solltest du es so lang wie möglich genießen“, so die einfache, aber wichtige Botschaft.

Das entspannte „Manic Pixie Dream Girl“ hat eine alles andere als entspannte Botschaft. Inspiriert vom titelgebenden Klischee, nachdem eine Frau in Filmen immer nur dazu da ist, den Mann voranzubringen und zu verändern, lehnt sich der Song gegen die konstruierte Vorstellung auf, „dass wir nicht die Hauptcharaktere unserer eigenen Geschichte sind.“ Geprägt vom Hinterland Nashvilles, räumt der Song mit schwebenden Orgeln, Blues-Rhythmus und jenseitiger Aura mit diesem Klischee auf.

„Heart On A String“ hingegen scheint direkt aus dem Great American Songbook der Siebziger zu stammen. Ein cleverer, freiheitsliebender, atmender Beweis für ihr tadelloses Handwerk – „geschrieben in einem Atemzug“, wie sie sagt. „Der Song fühlte sich von Anfang an so klassisch an, weshalb es wie von selbst geschah, dass er in Richtung des glorreichen Siebziger-Pops ausschlug, geprägt von den Pretenders und Bangles. Irgendjemand umschrieb ihn sogar mit ‚The Cure trifft Taylor Swift‘.“

„Vampires“ setzt sich mit ewiger Liebe auseinander. „Gibt es die überhaupt oder ist das nur eine mythische Vorstellung, die wir zu glauben gelernt haben?“, fragt Emma. Ein Song über das Verlangen, die Zeit anzuhalten, getaucht in düstere Sonnenuntergangsstimmung.

Und dann ist da natürlich noch „Tray Full of Ash“, ein Song, der auch Stevie Nicks stolz machen würde. „Der Text dreht sich darum, so lange an Vergangenem festzuhalten, bis man nicht mehr in der Gegenwart leben kann“, sagt sie. Gespenstisch und doch hoffnungsvoll, kommen hier die Melancholie und das Licht am Ende des Tunnels ganz wunderbar zusammen.

Spätestens mit diesem Album tritt Emma Elisabeth auf eine Stufe mit ihrer Schwester im Geiste, Sharon van Etten. „Some Kind Of Paradise“ ist ein erhebendes, aufblühendes, ein handwerklich gefertigtes Indie-Ausnahmewerk, das seine Trauer wie eine Krone trägt. Ein Manifest für den Glauben an sich selbst, ein Fanal dafür, Meister des eigenen Schicksals zu werden. „Selbst wenn etwas zerbrochen ist, kannst du etwas Neues daraus schaffen – etwas, das sich anfühlt wie eine Art Paradies. Hey, selbst aus einem Feuer kann neues Leben entstehen.“ Wie viele ikonische Künstlerinnen und Künstler vor ihr, tritt auch Emma Elisabeth in ihren Songs ihren dunkelsten Zeiten entgegen – um am Ende gestärkt daraus hervorzugehen. „Natürlich kann es unfassbar schwer sein, über derart persönliche Dinge zu schreiben“, nickt sie, „aber zugleich ist es eine Erleichterung. Es ist wie Therapie.“ Hermann Hesse hatte eben doch recht, als er sagte: „Keiner ist weise, der nicht das Dunkel kennt.“

JADE PEARL BAKER

Jade Pearl Baker, eine junge, kreative Berlinerin, ist seit vier Jahren im Nachtleben der Hauptstadt unterwegs und gern gesehener Gast. Hin und wieder hüpft sie über die Fernsehbildschirme der Republik, sei es in kurzen Werbespots, oder wie zuletzt bei „The Voice of Germany“ als erste Damenimitation des Formats.

Mit sechs Jahren, das erste Mal auf der Bühne im Theater des Westens, wurden kräftig Bühnenerfahrungen gesammelt. Über Musicals, Theaterproduktionen und klassischen Gesangsunterricht, sang sie sich in die Komische Oper Berlin, bis heute eines ihrer Lieblingshäuser.

Sie verzaubert ihr Publikum auf eigenen Live-Konzerten, oder als Vorgruppe wie zuletzt für LAING in Huxleys neuer Welt, aber auch auf Straßenfesten, und CSDs sowie in Clubs und auf Galas europaweit. 

Derzeit spielt sie am Deutschen Theater bei „ugly duckling“, sowie bei „der Mutter – Anleitung zur Revolution“ im Berliner Ensemble. Zudem tritt sie monatlich in ihrer Late-Night-Show „Jade Pearl Bakers Badeperle“ im BKA-Theater Berlin auf und erfreut sich an zunehmender Bekanntheit.


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